Tiere gehören zur Erde. Wir sind eng mit ihnen verbunden. Wie können wir dazu beitragen, das Leid der Tiere zu lindern? Ein Mittel ist, sich vegan zu ernähren.
Warum sind manche Menschen so gern mit Tieren zusammen? Weil sie sich vollkommen von ihnen akzeptiert fühlen. Die Begegnungen mit anderen Menschen sind oft nicht einfach, weil sie uns beurteilen und kritisieren.
Tiere bringen Freude. Wenn wir nach Hause kommen, empfangen sie uns schwanzwedelnd und tanzen um uns herum. Beim Spaziergang begrüßen und beschnuppern sie uns neugierig.
Liebende Güte, Mitgefühl, Freude und Unvoreingenommenheit sind Ausdruck von wahrer Liebe, wie sie der Buddha in den Vier Unermesslichen, den göttlichen Verweilzuständen des Geistes (Pali Brahma Viharas), beschrieben hat.
Wer freut sich nicht über ein Lebewesen, das diese Geisteshaltungen und diese Verhaltensweisen zum Ausdruck bringt?
Wenn wir traurig oder aufgeregt sind und ein Haustier sich an uns schmiegt, können wir uns von ihm trösten lassen und vielleicht ganz ruhig und friedvoll werden. Das muss nicht immer unser eigenes Tier sein. Es können auch die Kühe, Ziegen oder Schafe auf der Weide sein. Hier ein Beispiel:
Vor einigen Jahren war ich eingeladen, auf einer Konferenz für MBSR-Lehrer*innen einen Vortrag über die „Entwicklung von Freude im Buddhismus“ zu halten. Am Abend davor hatten schon einige Referent*innen Vorträge mit PowerPoint-Präsentationen gehalten, zum Teil mit lustigen Beispielen, die die Zuhörenden zum Lachen brachten. Ich spürte die etwas aufgeregte Konferenzatmosphäre und dachte: „Oje, ich habe nur einen ganz einfachen Dharma-Vortrag ohne Präsentation. Wie kann ich da bestehen?“
Am Morgen vor meinem Vortrag, der direkt vor dem Mittagessen stattfinden sollte, nahm ich mir vor, einen schönen Spaziergang zu machen und mich aus der Konferenz herauszunehmen. Das Wichtigste für mich war jetzt, meinen Geist zur Ruhe zu bringen und ihn liebevoll zu stimmen.
Das Konferenzzentrum lag auf dem Land. Es war November, ein kaltes Wetter mit Niesel und Schneeregen. Ich spürte meine Schritte, meine Atembewegung und den Regen in meinem Gesicht. Nach einer Weile traf ich eine Kuhherde auf der Weide.
Ich stellte mich an den Zaun, um ihnen zuzuschauen. Sie kamen zu mir und schauten mich neugierig und sanft mit ihren schönen, großen Augen an. Ich stand einfach nur da, atmete mit ihnen und sagte: „Wie schön, dass ihr da seid.“
Ich spürte ihre bedingungslose Liebe, und dieses Zusammensein mit den Kühen gab mir inneren Frieden, Vertrauen und Gelassenheit. Ich freute mich, als nach dem Vortrag einige Teilnehmer*innen zu mir kamen und sagten, wie schön sie es fanden, dass ich so ruhig gesprochen hatte.
In ihnen sei es ganz friedvoll geworden. Energieübertragungen finden dauernd statt. Die Kühe hatten mir ihre Liebe, ihren Frieden gegeben und mir geholfen, diese Energie weiterzugeben.
Dieser Artikel erschien in der Ursache\Wirkung №. 128: „Verbundenheit"
Vegan leben: Wie können wir das Leiden der Tiere lindern?
Es gibt einen Krieg gegen die Tiere, der seit Tausen den von Jahren währt und im Zeitalter der industrialisierten Massentierhaltung seinen Höhepunkt erreicht hat. In seinem Buch „Plädoyer für die Tiere“ schreibt Matthieu Ricard, dass „jährlich 60 Milliarden Landtiere und mehr als eine Billion Meerestiere für unseren Verzehr getötet [werden]. […] Je reicher das Land, desto mehr Fleisch verspeisen seine Einwohner: Ein Franzose oder Deutscher 85 Kilogramm Fleisch im Jahr, ein Amerikaner 120 Kilogramm; ein Inder hingegen nur 2,5“.
Durch die Art des Konsums könnten wir dazu beitragen, dass die Tiere weniger leiden.
Wir können darauf achten, dass wir, so gut uns das möglich ist, nur Nahrungsmittel zu uns nehmen, für die keine Tiere leiden mussten oder getötet wurden.
Das bedeutet, uns vegan zu ernähren.
Für Kleidung, Einrichtung oder Kosmetika gilt das Gleiche; es sollten so wenig wie möglich tierische Bestandteile verwendet werden, das heißt, dass wir in einem umfassenden Sinn vegan, also ohne tierische Produkte, leben.
Durch den Konsum können wir Teil einer wachsenden Bewegung werden, deren Ziel es ist, Tiere nicht mehr als Nutztiere für den Menschen zu missbrauchen, sondern sie als fühlende Lebewesen zu sehen.
Es gibt eine geleitete Meditation von Thay Phap Huu, Abt des Upper Hamlet von Plum Village, die unsere Entschlusskraft stärkt, Tierleid zu mindern. Wir sollten uns klarmachen, dass es keine Milch und andere Produkte von glücklichen Kühen gibt.
Es ist eine wunderbare Übung für buddhistische Praktizierende, ihre Anhaftung an lieb gewonnene Geschmacksempfindungen aufzugeben, mit denen so viel Leid für die Tiere, die Menschen und den Planeten einhergeht.
Sich mit Mitgefühl ernähren – eine Übung der Achtsamkeit von Bruder Phap Huu (2021)
Einatmend spüre ich meinen ganzen Körper. Ausatmend spüre ich meinen ganzen Körper.
1. Einatmend bin ich mir des Leidens bewusst, das durch die Ausbeutung von Tieren für Nahrung, Kleidung, Kosmetik, medizinische Versuche und die Haustierindustrie entsteht. Ausatmend bin ich entschlossen, die Kostbarkeit allen Lebens zu erkennen.
2. Einatmend werde ich mich bemühen, mehr über die Situation von Tieren zu lernen und eine Beziehung zu wilden und zu domestizierten Tieren zu entwickeln. Ausatmend möchte ich mein Verständnis von ihrem Wohl und ihrem Leiden vertiefen.
3. Einatmend werde ich Schritte unternehmen, um meinen Konsum von tierischen Produkten zu reduzieren. Ausatmend werde ich anderen auf eine frohe und liebevolle Art helfen, das Gleiche zu tun.
4. Einatmend sehe ich meine Umstellung auf eine vegane Lebensart als einen grundlegenden Bestandteil unseres kollektiven Erwachens an. Ausatmend möchte ich durch eine vegane Lebensart die Gefahr einer Klimakatastrophe mindern.
5. Einatmend werde ich mich an das Leben der Pflanzen erinnern, wenn ich ein pflanzliches Gericht vorbereite oder anderen anbiete. Ausatmend bin ich dankbar für das Leben der Pflanzen, das es mir möglich macht, mich zu ernähren.
6. Einatmend spüre ich, wie ich einatme. Ausatmend spüre ich, wie ich ausatme.
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