In Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten entfaltet die Autorin Anna Maschik in kurzen, virtuos verdichteten Passagen einen ganzen Kosmos.
Rezension: Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
Poetisch, lakonisch, erdig.
Ein Roman angesiedelt im bäuerlich-ländlichen Umfeld, geschrieben von einer jungen österreichischen Autorin, die sich fragt: Was bleibt von früher?
Ein heimlich geschlachtetes Schaf bildet den Auftakt zu dieser Innenansicht einer Familie. Die Urenkelin Alma erzählt auf originelle Weise, sehr verknappt, schnörkellos und nüchtern, von den Familienbanden seit der Zeit, als Urgroßmutter Henrike selbst noch ein kleines Mädchen war. Vom wenig zimperlichen Umgang miteinander, von ungleichen Geschwistern, Hausschlachtung, Krieg und Flucht und dem großen Finale, das am Ende eines jeden Lebens steht.
Anna Maschik spielt auf großartige Weise mit der Sprache und macht anhand bestimmter Schlüsselszenen spürbar, was gemeint ist, wenn man von „generationsübergreifenden Traumata“ spricht. In kurze Episoden verpackt, zeigt diese frische Stimme in der Literaturwelt mit ihrem erdigen, lakonischen Tonfall, wie Familie jeden Einzelnen prägen kann – selbst über viele Generationen hinweg.
Rezensent: Birgit Rehaag
Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
Autor: Anna Maschik
Verlag: Luchterhand Literaturverlag
Seitenzahl: 240 Seiten
Preis: 23,00 €
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